Wiederaufforstung im Stadtwald Hessisch Lichtenau

Durch das Kalamitätsgeschehen, bedingt durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer ab 2018, begann sich der vorherige Bestand aus ca. 75- jähriger Fichte nach und nach aufzulösen. Mehrmalig wurde versucht, durch die Entnahme der vom Borkenkäfer befallenen Fichten, die angrenzenden Fichtebestände zu schützen um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dies ist in diesem Bereich des Stadtwaldes teilweise gelungen. Dennoch sind ein Großteil des einst ertragreichen Bestandes – Lieferant für den ökologisch einwandfreien Rohstoff Holz – leider verloren gegangen. Es entstanden somit eine rund 4,5 ha Freifläche.

Wie geht es nun mit dieser Fläche weiter?

Welches Potenzial hinsichtlich Nährstoff- u. Wasserversorgung – auch in 100 Jahren – steckt hier im Boden? Auf natürliche Verjüngung setzen bzw. was ist auf der Fläche zu erwarten? Die Fläche künstlich durch Pflanzung begrünen? Mit welchen Baumarten kann ich hier arbeiten?

Diese und viele andere Fragen stelle ich mir als Förster jedes Mal wenn ich vor einer Kahlfläche stehe. Der Umbau zu Laubwald- bzw. Laubmischwald wird gefühlt von allen Seiten gefordert. Ja, es ist davon auszugehen, dass solche Waldgesellschaften mit den entsprechenden Baumarten klimastabiler sind.  Dies spiegelt sich auch in meiner Arbeit, wie in der meines Vorgängers wieder, ca. 80% der Kulturflächen sind im Stadtwald HeLi mit Laubwald/Laubmischwald beplant und z.T. auch schon umgesetzt. Ist das jetzt die Generallösung? Jein, wäre meine Antwort. Um dem Klimawandel entgegen zu wirken, CO2 zu verringern, Energie einzusparen, sehe ich – Global betrachtet – keine andere Möglichkeit als sehr viel stärker auf nachhaltig und klimaneutral produzierte Rohstoffe zu setzen. Holz! Wir benötigen Holz, in großen Mengen, für alles Erdenkliche, auch zum Bauen und bitte nachhaltig lokal produziert. Weiter sollte der Holzkonsum, wenn möglich gedrosselt werden, dieser Rohstoff darf nicht verschwendet werden. Den Job als zuverlässiger Bauholzlieferant, welche alle deutschen DIN- Normen erfüllt, hat die Fichte lange Zeit erfolgreich erledigt. Auf vielen Standorten funktioniert dies aber in Zukunft nicht mehr. Laubholz kann dies aufgrund seiner holzphysiologischen Eigenschaften, auch wenn die Verarbeitungstechnik voranschreitet, Heute und Morgen nicht übernehmen. Eine Baumart, welche ähnliche Holzeigenschaften wie unsere Fichte, bei enormer Wuchsleistung und geringerer Wasseransprüche besitzt ist die Douglasie. Keine einheimische Baumart?! Ja – wenn man es nacheiszeitlich betrachtet. Ist das dann nicht wieder eine anfällige Monokultur? Nein, definitiv nicht. In Hessen bzw. bei HessenForst sprechen wir von sog. WEZ`s (Waldentwicklungszielen), hier soll es nun der WEZ62 Douglasie-Buche mit weiteren Begleitbaumarten werden. Die Gestalt dieses Nadelmischwaldes wird sich aber erst in mehreren Jahrzehnten einstellen. Bergründet wird die Fläche zum Beginn mit ca. 2.000 Douglasien je Hektar, weiter werden durch natürlichen Anflug noch Baumarten wie etwa Fichte, Lärche und Birke hinzukommen.

Mathis Wullenweber, Revierförster Stadtwald Hess. Lichtenau

Gemeinsame Pflanzaktion: Frühjahr 2023

Pflanzpartner
HessenForst
Infos zu Aufforstungs- und Spendeneinheiten
Aufforstungseinheit:
Bäume
Preis pro Aufforstungseinheit:
2,00
Mindestanzahl Einheiten pro Spende:
3
Spendenbescheinigung
Ja
2,00